Bischof von Münster setzt mit Besuch der Synagoge Zeichen der Verbundenheit



Bischof Fr. Feix Genn setzt in unserer Synagoge in Münster, um ein Zeichen der Solidarität gegen jede Form von Antisemitismus zu setzen.

Angesichts der antisemitischen Attacke, von der wir alle in Münster am 11. Mai überrascht wurden, besuchte uns der Bischof von Münster mit dem gesamten Domkapitel und Oberbürgermeister Markus Lewe am heutigen Sonntagvormittag, dem 04.07.2021, um ein Zeichen der Solidarität gegen jede Form von Antisemitismus zu setzen.

Es waren arabische und türkische junge Männer (darunter auch ein Deutscher), die vor unserer Synagoge antijüdische und antiisraelische Verwünschungen lauthals skandierten und dabei eine israelische Flagge in Brand setzen.

Der Bischof: „Wir sind heute bewusst in die Synagoge gekommen, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen, gegen jede Form von Antisemitismus."

Immer noch müssen Jüdinnen und Juden in Deutschland viel Verachtung erleben. Umso wichtiger sei es dem Bischof, ein deutliches Zeichen zu setzen, "(...) dass eine solche Feindschaft mit uns nicht zu machen ist, dass wir uns mit allen Kräften dagegen wehren“, so der Bischof.

Oberbürgermeister Markus Lewe hält es in seinem Grußwort als ein Glück sei fest, dass es in Münster heute ein lebendiges jüdisches Leben gibt.

Es sei wichtig, immer wieder Zeichen zu setzen für Vielfalt und gegen Hass und Gewalt. „Das Schönste wäre, wenn es nicht mehr notwendig wäre, dass ein Polizeiwagen vor der Synagoge stehen muss“, unterstrich Herr Markus Lewe sehr deutlich.

Ich dankte dem Bischof Dr. Felix Genn sowie Oberbürgermeister Markus Lewe für die klaren Zeichen der Solidarität gegen Antisemitismus. In meinem Grußwort für unsere Gemeinde in Münster betone ich: 

„(…) Auch wenn uns die derzeit erneut steil ansteigenden antisemitischen Angriffe u.a. in den sozialen Netzwerken und auf Demonstrationen immer wieder erschüttern, doch Resignation aber war und ist in unserer langen jüdischen Geschichte nie eine wirkliche Option gewesen – Nicht während der über vierhundertjährigen bedrückenden Sklavenarbeit in Mizraim; nicht während der entbehrungsreichen Zeit der 40-jährigen Wanderung durch die Wüste; nicht während der 50-jährigen babylonischen Verbannung; nicht durch die Zerstörung der Glorie unserer beiden Tempel in Jerusalem und auch nicht durch den Zivilisationsbruch der Shoa. Wir werden bei aller Betroffenheit Seite an Seite mit uns solidarisch unterstützenden Kirchen, Gesellschaften, den demokratischen Partei und Münsters Stadtgesellschaft dem wachsenden Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus weiterhin entschlossen die Stirn bieten. 

Zum Schluss dankte ich Bischof Dr. Felix Genn, Herrn Oberbürgermeister Markus Lewe, und den anwesenden Herren des Domkapitulare für Ihren Besuch in unserer Synagoge sowie für Ihre Entschlossenheit, uns im Kampf gegen Antisemitismus, gegen jedwede Form menschenverachtenden Verhaltens sowie für ein friedliches interkulturelles Miteinander zu unterstützen. HERZLICH SHALOM


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