Die dunkle Seite des "Reformators" Luther



Auch wenn es nicht unser Fest war, es freut mich dennoch, dass die Festveranstaltungen und kulturellen Erlebnisse zum 500 Jubiläumsjahr der Reformation am gestrigen Tage gelungen waren.

Dennoch möchte ich kritisch anmerken, dass ich in all den vielen Fest- und Lobreden, die ich lesen oder in TV Programmen (zumindest teilweise) verfolgen durfte, auch eine Luther kritische Betrachtung einschließlich seine Ablehnung des Judentums und seiner (vergeblichen...) Bemühungen, Juden zu Christen bekehren zu können, vermisst habe.

Wir alle wissen, dass der heute gefeierte Reformator seine Enttäuschung hierüber in einen sog. „Luthers sieben Punkteplan“ packte, in dem er zum Umgang mit Juden unter anderem dadurch aufruft, die Juden in Schweineställe einzusperren und ihre Synagogen niederzubrennen „(…) um Gott zu ehren und damit Gott sehe, dass wir Christen seien.“

Das liest sich wie ein Aufruf zu einem Pogrom und erinnert an einige Maßnahmen der späteren Nationalsozialisten gegen die Juden, deren wir in wenigen Tagen am 9. November (auch in Münsters Synagoge) gedenken.

Keine kritische Reflektion über die dunklen Seiten des Reformators am gestrigen Jubiläumstag. Weshalb? Womöglich, weil es öffentliche Fest-Rednern/Innen der evangelischen Kirche aus Scham noch heute die Sprache verschlagen würde? Ich hätte mich über Zeichen einer (zumindest) ansatzweisen selbstkritischen Reflektion der eigenen Geschichte der evangelischen Kirche gefreut.

gez. Sharon 

Ergänzendes/Vertiefendes

1.) satirisches auf /über Luther von Jan Böhmermann:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=120&v=mcm8VBXdK74

2. Luther einmal anders 

https://www.youtube.com/watch?v=2Ws-VOHXOrQ

3. Margot Käßmann "Luther und die Juden"

https://www.youtube.com/watch?v=SFx8jP3HCmU

 4.) Kommentare eingefangen auf Facebook zu meinem Post über Luther:

 https://www.facebook.com/markus.lewe.7

5. Ein weiter Link Thema Luther: 

http://cicero.de/innenpolitik/luther-judenfeind-die-dunkle-seite-des-reformators/57603

6. Ein lesensweter Beitrag aus Facebook

Martin Luther, der Antisemit:
Im Jahr 1543 veröffentlichte der 60 Jahre alte Martin Luther seine Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“. Darin entwickelte er sieben Forderungen, die nachfolgend auf ihre Kernaussagen verkürzt werden: „Was wollen wir Christen nun tun mit diesem verworfenen, verdammten Volk der Juden? [...] Ich will meinen treuen Rat geben:

Erstlich, daß man ihre Synagoga oder Schule mit Feuer anstecke und, was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und besc...hütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Zum anderen, daß man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre.
Zum Dritten, daß man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein und Talmudisten.
Zum Vierten, daß man ihren Rabbinern bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren.
Zum Fünften, daß man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe.
Zum Sechsten, daß man ihnen den Wucher verbiete und ihnen alle Barschaft und Kleinode an Silber und Gold nehme.
Zum Siebten, daß man den jungen, starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel, und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der Nase.“

Im Grunde hatte Luther damit das gefordert, was knapp 400 Jahre später in der Reichspogromnacht realisiert wurde.


Jüdische Gemeinde Münster
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