Ich bin eingeladen die Festrede am Volkstrauertag 2018 in MÜnster zu halten



Leider werde ich krankheitsbedingt die Festrede nicht persönlich vortragen können, so dass sie durch einen leitenden Mitarbeiter (Dezernatsleiter) der Stadt Münster an meiner statt vorgetragen werden wird. Ich freue mich, wenn viele von Euch kommen werden. Mein Manuskript reflektiert den Volkstrauertag 2018 auch aus jüdischer Perspektive.
Bild/Collage: Sharon

Westfälische Nachrichten am 19.11.2018

 Den Hauptvortrag las Stadtrat Wolfgang Heuer als Vertreter des Autors, des erkranktenSharon Fehr, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Münster. Er erinnerte an jene jüdischen jungen Männer, die „wie ihre nichtjüdischen Kameraden – die meisten von ihnen halbe Kinder“ im August 1914 „teilweise mit großer Begeisterung in den Krieg gezogen“ waren. Sie hätten nicht nur für ihr Vaterland kämpfen wollen, „sie erhofften sich auch, dass sie nun endlich auch als gleichberechtigte deutsche Patrioten akzeptiert würden“. Aber der Antisemitismus ging weiter. 1916 sollte eine „Judenzählung“ Juden als „Drückeberger“ verunglimpfen. Das Ergebnis fiel anders aus, es entsprach „nicht dem Bild, das sich die Antisemiten erhofft hatten“. Mit der „Dolchstoßlegende“ ging die Propaganda weiter. „Nicht wenige waren für ihre Tapferkeit mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden und mit diesem an der Brust gingen etliche von ihnen in die Vernichtungslager der Nazis.“ Der Antisemitismus, so Fehr, „betrifft uns Juden, aber er ist nicht unser Pro­blem. Er ist vielmehr das Problem der nichtjüdischen demokratischen Gesellschaft, die ihn um ihrer eigenen Würde und Ehre willen nicht zulassen darf.“

https://www.wn.de/Muenster/3554085-Gedenkfeier-zum-Volkstrauertag-Vom-Kampf-gegen-Hitler-bis-zum-Afghanistan-Einsatz

 


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Jüdische Gemeinde Münster
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