Das war blanker Antisemitismus



Münster - Am Tag nach der Verbrennung einer israelischen Flagge vor der Synagoge verurteilen Vertreter aus Kirche, Politik und Verwaltung die Tat. Bischof Genn betrachtet den Vorgang „mit tiefer Sorge“, die Regierungspräsidentin stellt klar, dass es sich nicht um Israel-Kritik gehandelt habe. Von Martin Kalitschke

Mit Bestürzung haben Vertreter aus Kirche, Politik und Verwaltung auf die Verbrennung einer israelischen Flagge vor der Synagoge reagiert.

Oberbürgermeister Markus Lewe hat in einem Gespräch mit Gemeindevorsteher Sharon Fehr die Tat auf das Schärfste verurteilt: „In Münster sollen alle Menschen, ganz gleich welchen Glaubens, in Würde und ohne Angst leben können“, unterstrich Lewe. Beide waren sich einig, dass in einer weltoffenen Stadt wie Münster solche Taten keinen Platz haben. Fehr stellte klar:

„Wer eine israelische Flagge vor einem jüdischen Gotteshaus verbrennt, missbraucht Religion und Gast.

Der Vorfall in Münster und die aktuelle Lage im Nahen Osten betrachtet Bischof Dr. Felix Genn „mit tiefer Sorge“. „Gewalt ist nie ein geeigneter Weg, um Konflikte zu lösen. Religion darf nicht dafür instrumentalisiert und missbraucht werden, um Gewalt rechtfertigen zu wollen“, so Genn. „Wer vor einer deutschen Synagoge eine israelische Fahne verbrennt, übt keine Israel-Kritik, sondern demonstriert seinen Hass auf alle Jüdinnen und Juden.

Wir werden Antisemitismus niemals dulden“, sagte Regierungspräsidentin Dorothee Feller.

Auch Polizeipräsident Falk Schnabel verurteilte den Vorfall. „Diese Anfeindung gegen die jüdische Gemeinde in Münster ist abscheulich. Wir werden solche antisemitischen Straftaten konsequent verfolgen. Die Sicherheit unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger steht für uns an erster Stelle.“ Mehr dazu siehe Link:

https://www.wn.de/Muenster/4419524-Reaktionen-auf-den-Vorfall-vor-der-Synagoge-Das-war-blanker-Antisemitismus


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