Grusswort zu Jom Kippur 5778



Wir stehen an der Schwelle zum höchsten Jüdischen Festtag, dem Versöhnungstag Jom Ha Kippur.

Er ist der Höhepunkt der zehn Bußtage, gerechnet ab ersten Tag des Jüdischen Neujahrfestes.

An Jom Kippur wird das Urteil über den Menschen, das am Neujahrsfest, dem Tag des Gerichts, gefällt wurde, besiegelt.

Es bekommt damit Gültigkeit.

Der Versöhnungstag soll uns dazu dienen, durch G´´tt Verzeihung für unsere schlechten Taten erlangen.

Damit wird deutlich, was der Kern des Versöhnungstages ist: ein Tag der Reue, der Buße und Umkehr.

Wir hatten zehn Tage Zeit, uns zu unseren  Sünden zu bekennen und um Vergebung bei G``tt und den Menschen zu bitten.

An Jom Kippur soll jeder einzelne in sich kehren, sich reflektieren, das eigene Verhalten hinterfragen und G``tt dadurch näher kommen.

Das ist der Grund, dass dieser Tag ein strenger Fasttag ist, und zwar von Beginn des Festes am Abend bis zu seinem Ausgang am nächsten Abend. Weder Essen noch Trinken sind erlaubt;

Der Abendgottesdienst, der noch bei Tageslicht beginnt, wird nach den Anfangsworten der ihn einleitenden Formel Kol Nidre (alle Gelübde) genannt. Dieser Text besteht in einer Erklärung, daß alle Gelübde und Schwüre null und nichtig sein sollen.

Wie wichtig ist Jom Kippur für uns Juden?

In Israel kommt an Jom Kippur das gesamte gesellschaftliche Leben zum Erliegen. Selbst in nicht religiöse Metropolen wie Tel Aviv und Haifa kommt an Jom Kippur das öffentliche Leben zum Erliegen.

Es schließen nicht nur alle Shops, Bars und Restaurants, auch die Grenzübergänge und Flughäfen bleiben dicht. Radio- und Fernsehstationen stellen das Programm ein und auf den Straßen und Autobahnen des Landes fährt kein einziges Auto.

In der Öffentlichkeit zu essen, zu trinken und Musik zu hören gilt in Israel an Jom Kippur als gesellschaftlicher Fauxpas, als Fehltritt.

Das kollektive Fast in Israel empfinde ich als einen starken Ausdruck, dass sich alle der jüdischen Gemeinschaft verbunden fühlen, unabhängig davon, wie oft der Einzelne über das Jahr verteilt die Synagoge besucht.

Zum anderen nutzen viele die Stille, um sich unabhängig von der Religion mit dem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen.

Am Ende von Jom Ha Kippur wird dann morgen Abend, nach 24 stündigem Fasten, noch einmal das Schofar, ein Widderhorn, ertönen, dass uns auch am Neujahrsfest zur Reue und Umkehr aufrüttelte.

Ich wünsche Ihnen, uns allen, einen Zom kal, leichten Fasttag und möchte damit verbunden auch den Wunsch für uns alle zum Ausdruck bringen, dass das neue Jahr 5778 ein gutes Jahr werde, ein Jahr des Friedens der persönlichen Zufriedenheit für Sie, Gesundheit, Freude und vor allem, dass die Einheit unserer Gemeinde unter unserem gemeinsamen Dach des Jüdischen Gemeindezentrums be..Shalom, in Frieden gewahrt bleiben möge.

 

Shana towa gmar chatima towa we gam zom kal

Ihr/Euer Sharon 

 


Jüdische Gemeinde Münster
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