PESSACH - auch Fest der Mazzot (CHAG MAZZOT) genannt.



Liebe Gemeindemitglieder, in Kürze feiern wir das Pessachfest, und zwar vom 23. April bis zum 30. April 2016/5776 gefeiert und ist eines der drei wichtigen Wallfahrtsfeste, das im Frühlingsmonat Nissan gefeiert wird. Pessach wird mit dem ersten Frühjahrsvollmond eingeleitet.

Mit den Festlichkeiten soll der Leidensgeschichte des jüdischen Volkes gedacht werden. Daran erinnern auch die sogenannten Mazzot, also die ungesäuerten Brote, die traditionell 8 Tage lang gegessen werden. Pessach wird deshalb auch als das Fest der ungesäuerten Brote bezeichnet.

Einer der wichtigsten Bräuche ist das Essen dieser Mazzen. Das Verbot von gesäuerten (hebräisch: Chamez) Speisen ist wichtiger Bestandteil des Pessachfestes. Untersagt ist nicht nur der Verzehr, sondern auch der Besitz ungesäuerter Speisen. Aus diesem Grund wird am Vorabend zum Pessachfest das Haus aufgeräumt und nach Chamez durchsucht. Die Funde werden anschließend feierlich verbrannt. Auch Küchenutensilien müssen durch Ausglühen oder Abkochen von Chamez-Rückständen befreit werden. In der Regel wird jedoch Geschirr verwendet, das nur für das Pessachfest vorgesehen ist.

In unserer Gemeinde folgt –wie in jeder Jüdischen Gemeinde - nach dem Abend-G`ttesdienst (Erew-Pessach) am ersten Abend die Gemeinde-Seder Feier. Dabei handelt es sich um ein Festmahl mit der ganzen Gemeinde, das nach genauen Vorschriften gefeiert wird. Diese sind in der Haggada niedergeschrieben und besagen, dass folgende Speisen vorhanden sein müssen: Drei Mazzot, die für das Brot der Armen stehen; Erdfrüchte und ein Gefäß mit Salzwasser, die auf die vergossenen Tränen hindeuten; Bitterkraut, das für die bitteren Leiden steht; ein speziell zubereitetes Mus, das für den Lehm der Ziegelsteine aus denen die Häuser bestanden steht sowie ein Knochen mit etwas Fleisch daran und ein gekochtes Ei, die das Pessach- bzw. das Wallfahrtsopfer symbolisieren.

Die Bedeutung des Pessachfestes entwickelte sich aus unserer jüdischen Geschichte. Es bezieht sich ausschließlich auf die Zeit des Exodus, den Auszug aus Ägypten und die Flucht vor der Unterdrückung. Die ungesäuerten Speisen stehen dabei für die Hast der Bnei Israel beim Verlassen Ägyptens. So blieb auch keie Zeit, um die Speisen säuern (gären) zu lassen, sodass lediglich Mehl und Wasser vermengt und der Teig in der Wüste auf Steinen gebacken wurde. Durch den ausschließlichen Verzehr der Mazzot soll auch heute noch an diese Leiden erinnert werden.

 Chag koscher le Pessach 5776

Ps.: Die Infos, wann unsere G`ttesdienste und der Gemeinde-Seder stattfinden werden, finden Sie ab sofort via PDF-Datei (Gemeindebrief/Rundschreiben) hier im Log-Inbereich "Gemeinde intern".


Jüdische Gemeinde Münster
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