PESSACH sameach vekascher 5775 / 2015



Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freunde, liebe Gäste,

Pessach ist das in der Tora meisterwähnte Fest. An ihm feiern wir den Auszug aus Ägypten, der das jüdische Volk vor dem Untergang in der ägyptischen Unterdrückung und Sklaverei bewahrte. Das war vor mehr als 3.500 Jahren.

Pessach wird als erstes der drei Wallfahrtsfeste im jüdischen Frühlingsmonat Nissan erwähnt.

Wie alle jüdischen Feste ist auch das Pessachfest voll von Symbolen und hat eine ganz bestimmte Bedeutung im Hinblick auf die Leidensgeschichte unseres Volkes:

es erinnert: an die Zeit des Exodus, an den Auszug der Israeliten aus Ägypten, an die Flucht vor Unterdrückung und Sklaverei.

Das Pessachfest ist also ein Fest der Freiheit. Aus diesem Zusammenhang leitet sich auch der Name Pessach ab, der so viel bedeutet wie „Hinwegschreiten“, „Verschonen“.

In allen Texten des Seders findet sich das Leitmotiv der Freiheit wieder. Das Streben nach Freiheit spielt eine zentrale Rolle in unserer Religion.

Das jüdische Volk befreite sich vom Joch der Sklaverei. Nicht umsonst heißt deshalb das älteste jüdische Fest »Pessach« auch »Chag haCherut« – Fest der Freiheit.

Außerdem wird die Geschichte über den Auszug aus Ägypten erzählt, um unsere Kindermit der Geschichte ihres Volkes, unseres Volkes vertraut zu machen.

Den Freiheitsgedanken trug das Jüdische Volk in die ganze Welt. Sei es als individuelle Freiheit des Einzelnen oder die kollektive Freiheit einer Bevölkerungsgruppe.

Allen Schwierigkeiten zum Trotz hat sich das Jüdische Volk den Freiheitsgedanken beständig bewahrt. In Zeiten größter Bedrängung und höchster Not hat sich stets gezeigt, dass das Streben nach Freiheit stärker ist als alle Ressentiments.

In den letzten Wochen und  Monaten haben wir viel über die Freiheit gesprochen:

Über die Religionsfreiheit,

die Pressefreiheit,

die Redefreiheit,

die Freiheit, in der Öffentlichkeit eine Kippa tragen zu können, ohne sich dadurch in Gefahr zu bringen.

Pessach leitet uns dazu an, uns der gewonnen Freiheit des Jüdischen Volkes immer wieder neu zu erinnern.

Um die Fehler der Menschen in der Geschichte zu vermeiden, müssen wir die Erinnerung daran wachhalten: VON GENERATION ZU GENERATION

Wir würden uns in Unfreiheit, im Exil befinden, wenn wir Angst davor haben müssen, unser Judentum auch in der Öffentlichkeit mit Stolz zeigen zu können.

Unseren Kindern sollen wir daher jüdische Ideale und Werte vermitteln, indem wir sie vorleben und die Vision einer freien Zukunft in einer freien Gesellschaft, in der es keine Angst macht, anders zu sein, wachhalten.

Möge es mit G`ttes Hilfe gelingen, dass die Völker um uns, um Israel ihre Kinder nicht länger zu Hass, sondern in Liebe, in Ahawa zueinander und zur Freiheit führen. I

In diesem Sinne: Pessach kascher we sameach.

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Jüdische Gemeinde Münster
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