9. Mai / Gedenk- und Siegesfeier in unserer Jüdischen Gemeinde Münster



Zusammenfassende Gedanken aus meinem Grußwort zum 9 Mai (2017) in unserer Jüdischen Gemeinde in Münster.

Auch in unserer Gemeinde trafen sich Veteraninnen und Veteranen mit Mitgliedern unserer Gemeinde, um den Sieg über den Hitlerfaschismus zu gedenken, zu feiern.

Zu Beginn leitete der Vorsitzende unserer Gemeinde, Sharon Fehr mit seiner Stellvertreterin, Frau Dr. Karina Hoensbroech, eine gemeinsame Schweigeminute ein, um der vielen Millionen Opfer und an all jene, die für den Sieg über die Nazi Diktatur ihr Leben geopfert haben, zu gedenken.

Eingeladen hat zu dieser Gedenk-Feier 8. Mai der Seniorenclub der Jüdischen Gemeinde Münster mit Herrn Radolf Anapolski und Frau Raija Goldina als Vorsitzende.

Die Siegesfeier in unserer Gemeinde heute Nachmittag markierte keine Triumpfgefühle über die Deutschen von heute, sondern über eine menschenfeindliche Ideologie und ihre mörderischen Ausführungen.

Das ist ein Unterschied und für mich als Vorsitzender unserer Jüdischen Gemeinde, in Deutschland geboren, der an diesem Nachmittag die Hauptansprache halten durfte.

Sehr gerne würde ich mir wünschen, dass alle Menschen hier in Deutschland den ”Tag des Sieges” nicht als einen Tag der Fesselung an eine Niederlage sehen könnten.

Viele, die ich persönlich kenne, können das, aber leider eben nicht alle.

Den 8. Mai als offiziellen Gedenktag, als Tag der Befreiung in NRW, in ganz Deutschland einzuführen, auch das würde ich mir gerne wünschen.

Hier wäre dann Zeit offen und ehrlich zu reflektieren, weshalb Deutschland damals die Naziherrschaft nicht verhinderte, als es noch möglich schien.

Es waren die Einsätze fremder Soldaten, der damaligen Sowjetunion und ihrer westlichen Verbündeten, sie haben Deutschland,  Europa, ja die Welt vom braunen Spuk befreit.

Wäre die Befreiung nicht gelungen, den braunen Faschismus zu beenden und die Konzentrationslager zu befreien – es gäbe uns als Jüdische Community nicht – und die Welt, wie würde sie heute aussehen.

In Zeiten, in denen Rassisten/innen wieder zu tausenden auf die Straße gehen können, sind wir in der Pflicht, daran zu erinnern, was passieren kann, wenn viele schweigend zustimmen oder nicht widersprechen.

Wenn Rassismus und Antisemitismus aus der Mitte der Gesellschaft heraus wieder hoffähig zu werden drohen, dann, liebe Freunde, dann müssen wir dagegenhalten und diesen geistlosen, menschenverachtenden Umtrieben die Auseinandersetzung ansagen.

 

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