ES SOLLTE EIN FEST DER FRÖHLICHKEIT WERDEN – Israel/Meron



Doch das Fest am Berg Meron in Israel endete in einer schrecklichen Tragödie. So wird der heute bevorstehende Shabbat  durch eine fürchterliche Massenpanik auf dem Berg Meron überschattet.

Nach derzeit offiziellen sind mindestens 44 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt. Tausende – vor allem streng Gläubige – hatten auf dem Meron-Berg unseren jüdischen Feiertag Lag Baomer gefeiert.

Die Behörden hatten die Teilnehmerzahl auf 10.000 begrenzt, nach Medienberichten waren aber bis zu zehnmal mehr Menschen angereist. In sozialen Netzwerken war vor dem Unglück in Videos zu sehen, wie die Menschen dicht gedrängt und ausgelassen sangen, tanzten und hüpften.

Die Polizei hat mit der Suche nach den Ursachen begonnen.

Heute in den Morgenstunden wurden erste Vorwürfe gegen die Polizei laut. Sie habe Leute in das abgesperrte Areal gelassen, obwohl es schon extrem voll gewesen sei.

Nach Beginn der Panik habe die Polizei dann nicht schnell genug Ausgänge auf der anderen Seite geöffnet, so die Kritik. Insgesamt waren rund 5000 Sicherheitskräfte im Einsatz.

Selbst Soldaten waren im Einsatz, darunter eine Eliteeinheit der Armee.

Der Polizei zufolge gab es Probleme mit dem Handyempfang, viele verzweifelte Menschen konnten Angehörige in Meron telefonisch nicht erreichen.

Zur Erläuterung des Festes für unsere Nicht-Jüdischen Leser/innen: 

Lag Baomer ist ein Fest, bei dem unter anderem an den jüdischen Aufstand gegen die römischen Besatzer unter Rebellenführer Bar Kochba erinnert wird. Er war im Jahre 132 ausgebrochen und rund drei Jahre später niedergeschlagen worden.

Der Überlieferung nach endete an dem Tag von Lag Baomer eine Epidemie, an der damals zahlreiche jüdische Religionsschüler gestorben waren. Rabbi Schimon Bar Jochai, der auch an dem Aufstand gegen die Römer beteiligt war, liegt auf dem Meron-Berg begraben.

Sein Grab ist ein Wallfahrtsort, den an dem Feiertag jedes Jahr Tausende besuchen.

Traditionell werden dann auch Lagerfeuer angezündet. Im vergangenen Jahr waren die Feiern wegen der Corona-Pandemie stark eingeschränkt worden, doch inzwischen sind die Infektionszahlen deutlich gesunken und die Regeln wieder gelockert worden.

Bericht aus: Welt 30.04.2021 12:00 Uhr Bildquelle : Welt - Sandra Sandmann

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