Familie Sichel aus Brasilien bei uns zu Besuch



Viele Spuren des jüdischen Lebens, so auch in Münster, löschte die Shoa aus, aber nicht alle.

Familie Sichel konnte 1938 vor dem Zugriff der Nazibarbaren rechtzeitig Münster verlassen. Dies, noch bevor die Nazibarbaren die Synagoge Münster in der Nacht vom 09. Auf den 10. November 1938 in Schutt und Asche legten.

 

Die Famlie floh nach Brasielien, wo Tochter Susanne und Sohn Ricardo das Licht der Welt erblickten.  

 

In Brasilen schlossen sich überlebende jüdische Menschen aus Deutschland zusammen, die den Naziverbrechern -G´´t lo b– rechtzeitig entkommen waren. 

 

Sie gründeten eine Jüdische Gemeinde, in welcher bis 1992 der deutsche Ritus -Hebräisch als Gebetssprache, alle rabbinischen Ansprachen jedoch  in deutscher Sprache- gepfelgt wurde. Heute, nachdem die Gründer der deutschsprachigen Synagogengemeinde nahezu ausgestorben ist,  nur noch in hebräisch-portogisischer Sprache.  

 

Sohn Ricardo studierte von 1994 bis 1996 in Münster und hielt engen Kontakt zu unserer Jüdischen Gemeinde in Münster.

 

Ricardo fehlte an keinem Shabbat und nahm auch an allen jüdischen Festen teil.

Nie konnte Ricardo vergessen, dass hier, an diesem Ort, die wunderbare, die prächtige und auf Generationen hin ausgelegte Synagoge stand, erfüllt mit Gebeten, Gesängen, Lernen, mit Leben.

HIer gingen auch seine Eltern ein und aus. 

 

Vor einigen Jahren ist die Mutter s.A. verstorben.

Ihr zu Ehren kam die gesamte Familie von Ricardo mit Gattin und den (heute teils erwachsenen) Kindern zu uns nach Münster und nahmen am Shabbat – G``ttesdienst teil.

 

Als große Überraschung überreichte uns Ricardo gemeinsam mit seiner Schwester ein maßgeschneidertes Tora-Mäntelchen in Erinnerung an die Mutter, die sich bis zu ihrem Tod mit Münster verbuden fühlte.

 

Nach Shabbat - Ausgang um 22:30 Uhr trafen wir uns gemeinsam in unserer Synagoge, sprachen/sangen Havdala ud kleideten eine Tora mit dem neuen Tora-Mäntelchen ein. Danach rzitierten wir freudig laut das Gebte: Shehechijanu...

 

Eine bewegende Begegnung, die es so nie gegeben hätte, wenn Ricardos Eltern -G´´tt lob - den Nazis in Deutschland nicht rechtzeitig enkommen wären. 


 


Galerie

Jüdische Gemeinde Münster
Einloggen