Filmpremiere: „Die Jüdische Gemeinde in Münster heute – ein Porträt“.



Filmpremiere: „Die Jüdische Gemeinde in Münster heute – ein Porträt“.

Es war im Frühjahr 2018, als ich von Herrn Ludger Hiepel (wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni in Münster) die Mitteilung erhielt, dass ein dem Rektorat der Universität in Münster angeschlossenes FILMTEAM im Rahmen jüdischer Forschungsarbeiten unter dem Titel: "Spurensuche -Jüdisches Leben in Westfalen" einen Kurz-Film drehen möchte.

Es fanden in unserer Gemeinde dazu erste Gespräche statt, ob und wer sich an den Dreharbeiten gerne beteiligen möchte. Sehr schnell kam aus dem Filmteam dann auch der Vorschlag, nicht nur über das in der Vergangenheit liegende jüdische Leben in Westfalen zu drehen, sondern auch das aktuelle, das gegenwärtige jüdische Leben in Münster in die Dreharbeiten miteinbeziehen zu wollen.

Dass die Uni in Münstr für dieses Projekt evtl. finanzielle Mittel zur Verfügung stellen würde, werteten wir als außergewöhnlich und als eine hohe Wertschätzung unseres jüdischen Lebens in Münster.

Akteure*innen unserer Gemeinde setzten sich mit der Filmcrew Lynn Bürger, Axel Linnenberg, Olaf Glaser, Michael Kentrup (Service Pinkt Film der Uni) und Bauhus Wilhelm, Andreas Wessendorf (Arbeitsstelle Forschungstransfer bei der Uni in Münster) zusammen, um die Themenbereiche miteinander abzustecken und abzuklären, wann im Einzelnen mit den Dreharbeiten begonnen werden konnte.

Viele, sehr viele Gespräche und Drehtermine fanden vom Frühjahr 2018 bis Sommer 2019 statt. Am Mittwoch, 11.09.2019 war es dann so weit.

Die Premiere des einstündigen Films mit dem Titel: "Die Jüdische Gemeinde heute – ein Porträt" konnte heute nun stattfinden.

Der Film zeigt nahezu alle Lebensbereiche jüdischen Lebens in unserer Gemeinde.

Die Interviews der großartigen Filmcrew werden mit Professionalität und viel Einfühlung geführt unter anderem:

- mit Frau Ruth Frankenthal auf dem Jüdischen Friedhof am Grab des langjährigen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Münster nach der Shoa, Herrn und Frau Goldenberg, die auch die Gründer der neu errichteten der Jüdischen Gemeinde in Münster von heute sind, (Frau Frankenthal hat in der Marks-Haindorf-Stiftung gedreht, in der ehemaligen Wohnung der Goldenbergs);

- es folgt ein Interview mit Nina Kossinski in der Küche während der Zubereitung der Speisen für das Jüdische Neujahr (Rosh Hashana) und anderen leckeren Backwaren;

- dann ein Interview mit Frau Margareta Voloj während und nach einer Synagogenführung und deren Bedeutung auch für Schulen und anderen Bildungseinrichtungen;

- zu sehen dann auch Jugendleiter Makss Golubs, der über die Wichtigkeit jüdischer Kinder- und Jugendarbeit arbeit im Jugendzentrum „Hatikva“ erzählt wobei das professionelle Kamerateam geschickt hinüberschwenkt in den Jugendraum „Hatikva“, in dem Kinder mit ihren Jugendleiter*innen in einem Tischspiel vertieft zu sehen sind;

- es folgt ein Ausschnitt eines Unterrichtsgesprächs mit Lehrerin Tatjana Guggenheim und jüdischen Religionsschüler*innen im Klassenzimmer;

- Kantor Yotam Alon stellt die Synagoge und ihre Bedeutung vor und rezitiert einen kleinen Abschnitt aus der Tora;

- Dr. Karina Hoensbroech als Leiterin der Sozialabteilung stellt den langen Weg der Integration neuer Mitglieder aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion anschaulich vor und gibt Einblick in ihr sozialarbeiterisches Aufgabengebiet in der Gemeinde.

Die Dreharbeiten beginnen auf dem Jüdischen Friedhof und enden dort mit fundierten Erläuterungen der Geschichte des altehrwürdigen jüdischen Friedhofs in Münster mit Blick auf teils sehr alte Grabsteine und den dahinterstehenden jüdischen Persönlichkeiten durch Frau Prof. Dr. Wacker (Emerita der Katholisch-Theologischen Fakultät) und Herrn Ludger Hiepel (Dipl. Theologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Katholisch-Theologischen Fakultät).

Mein Fazit: Ein sehr schöner und preisverdächtiger Film für Generationen, der jüdisches Leben in seiner bunten Vielfalt präsentiert, ohne dabei gelehrig oder aufdringlich zu sein. Für Schulen, Bildungseinrichtungen aller Art und Ausstellungen zu empfehlen.

gez.: Sharon :-)


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Jüdische Gemeinde Münster
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