Günther Gras –ein Dichter? –nicht ganz dicht!



Günter Grass hatte schon immer ein Problem mit Juden, aber so deutlich wie in einem neuen "Gedicht" mit dem Titel: "Was gesagt werden muss" über Israel und den Iran hat er es noch nie gesagt. 

Das Gedicht soll morgen am Mittwoch in den großen Tageszeitungen erscheinen und beginnt mit diesen Worten: "Warum schweige ich, verschweige zu lange ..."

Das Gedicht zeugt nicht nur von einer  Verblendung der wirklichen Verhältnisses, es ist  von der dichterischen Leistung eher ein Nachweis des Scheiterns eines „Schriftstellers“.

Mehr dazu auch von Henryk Broder hier unter Anlage (PDF)

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G. Grass Warum schweige ich, verschweige zu lange....pdf150.81 KB

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Politisch dumm und literarisch eher fragwürdig

Ein echt interessanter Kommentar, auch wenn er meine Überzeugung überhaupt nicht trifft, dennoch: Respekt! Selten, dass mir die Ehre zukommt, ein so klares Statement als Kommentar auf unser Web freischalten zu dürfen.

Was mich am Schriftstück Günter Grass fuchsteufelswild macht ist die Einseitigkeit, mit der er das Thema und damit auch Israel angeht.

Kein Wort bei Günter Grass über das Gefahren-potenzial, das von Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad ausgeht.

Nichts über und zu dem Politiker im Iran, der Israel das Existenzrecht abspricht.

Indes Schutz durch Günter Grass für den Iran, wo seit Jahrzehnten das Volk unterdrückt wird.

Im Klartext: Ich halte das, was Günter Grass da in die Feder diktiert hat, für politisch dumm und literarisch eher für fragwürdig.

Vermutlich ging das „Gedicht“ auch deshalb ordentlich nach hinten los, weil es politisch dumm unter dem Deckmantel der Kunst daher kommt.

Manche Leser, die sich zu Wort melden, wollen einreden, Grass habe mit dem -Gedicht – „Was gesagt werden muss“, eine längst überfällige Debatte anstoßen wollen.

Auch das kann ich leider so nicht erkennen. Grass trägt mit seinem politisch unseligen Papier eher zur Verhärtung  von Meinungen bei als zu einer ernstzunehmenden politischen Klärung.

Auf Unverständnis stößt Günter Grass bei mir auch, wenn er aufgrund der nicht abreißenden Kritik an seinem „Gedicht“  von einer  Treibjagt  der Medien gegen ihn und von einer Gleichschaltung der Medien spricht.

Wenn sich jemand hinstellt und uns weismachen möchte, dass 2 plus 2 = 5 sei, dann darf man sich doch nicht wundern, wenn alle sich zu Wort melden, um auf die Vier als wahres Ergebnis hinzuweisen.

Ob Günter Grass ein Antisemit ist, das vermag ich nicht zu beurteilen und ich bin auch froh, hierzu nicht gefragt zu sein. Doch eines ist so sicher wie das tägliche Schma Israel –/Höre Israel Gebet: Das Papier Grass ist und bleibt seltsam einseitig, es verharmlost Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad als „Maulheld“ und schiebt die Gefahr ausschließlich Israel zu.

Mich dagegen aufzulehnen erachte ich als Jude und als Demokrat als selbstverständlich.

Salü & Shalom v. Sharon

Kritik an platte Grass-Kritik

Ich finde es schade, dass so viele, insbesondere die jüdischen Gemeinden in der Diaspora, sich derart schwer tun sich von Israels Politik zu distanzieren und diese direkt zu kritisieren. Grass's "Gedicht" ist mit Sicherheit zugespitzt, dennoch ist es kein "Hasspamphlet" welches antisemitisch sei.

Darüberhinaus ist es gefährlich und unredlich die Kritik an dem Staat Israel mit der Kritik an dem Volke Israels gleichzustellen. Leider erfolgt diese Vermischung auch hier in Sharon's Kommentar.

Jeder vernünftige Jude sollte ein Problem mit denjenigen (auch Juden!) haben, die den imaginären Antisemitismus nähren und somit auch der politischen Instrumentalisierung des Antisemitismus einen Dienst leisten. Diese findet leider all zu häufig statt, und tritt dann in Erscheinung, wenn Kritik an der israelischen Politik als "Antisemitisch" stigmatisiert und auf diese Weise mundtot gemacht wird.

Wir Juden haben eine moralische Verpflichtung Israels Politik zu Kritisieren, denn sie ist die eines Staates der sich "jüdisch" nennt.

Lasst uns unsere wertvolle Tradition der Infragestellung nicht vergessen!

Liebe Grüße,

Pablo Dues Katzeff

Jüdische Gemeinde Münster
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