HAR MERON IN ISRAEL : IN STILLER TRAUER



Auch der Shabbat in unserer Synagoge in Münster war von der schmerzlichen Tragödie am Berg Meron im Nord-Galilä in Israel überschatten.

Wir alle stellen uns die Frage, wie es zu einer solchen Katastrophe kommen konnte, wo die polizeilichen Sicherheitsstandards doch weltweit mit als die Besten gelten.

Doch jetzt ist nicht die Stunde der Fragen nach Schuldigen, nach Verantwortlichen.

Zehntausende gläubige Juden/innen pilgerten an Lag baOmer (ל״ג בעומר ), ein Fest, das die 49 Tage nach Pessach bis Shawuot (Wochenfest) markiert und bei dem unter anderem an den jüdischen Aufstand gegen die römischen Besatzer unter Rebellenführer Bar Kochba erinnert wird, in den Nord-Galilä nach Meron, um zu beten, zu singen, zu tanzen und um die neu gewonnene Freiheit nach mehrmonatigen Corona-Einschränkungen ausgelassen an einem großen Lagerfeuer (מדורה) zu feiern.

Für viele von ihnen ist es auch Tradition, ihre dreijährigen Söhne auf den Berg Meron mitzubringen um ihnen hier dann zum ersten Mal die Haare zu schneiden.

Doch dann plötzlich die Massenpanik, bei der zu viele der vielen tausend Teilnehmer/innen des Festes auf einer abschüssigen Rampe mit Metallboden und Wellblech-Trennwänden zu beiden Seiten ins Rutschen kommen und aufeinander fallen.

Fünfundvierzig Menschen – darunter viele Kinder und Jugendliche – verlieren dabei ihr Leben und mehr als 150 (zum Teil schwerst) Verletzte befinden sich gegenwärtig in verschiedenen Krankenhäusern des Landes.  

Während ich Euch diese Zeilen des Dankes für Eure Anteilnahme schreiben, läuft im Hintergrund meins Wohnzimmers das israelische Fernsehen mit erschütternden Augenzeugenberichten und rabbinische Rezitationen synagogaler Trauergesänge.  

Auch ich habe keine Worte, die trösten und keine Worte, die die Schwere der Trauer und die Größe des Schmerzes beschreiben könnten. Auch die vielen Tränen vermögen diesen Schmerz nicht zu versöhnen.

In stiller Trauer, Shalom

Sharon


Galerie

Jüdische Gemeinde Münster
Einloggen