KONZERT MIT TRIO CANNELLE BEI UNS ZU GAST



TRIO CANELLE                  Ort: Jüdische Gemeinde Münster                            08.07.2018

Heute begrüßten wir im voll besetzten Friedenssaal unserer Gemeinde das Trio Cantelle aus Leipzig, das mit einer Pianistin aus Russland, einer Sängerin und Perkussionistin aus Polen und einer Violinistin aus Israel international besetzt ist.

Wie angekündigt, standen Berliner Lieder der 20 - ger Jahre auf dem Programm. Das lebensfrohe, pulsierende swinging Berlin, damals - eine Stadt, vornehmlich durch jüdische Künstler geprägt und dementsprechend voller jüdischen Geistes und Humors.

Nach einer kurzen fundierten Übersicht des künstlerischen Backgrounds der Lieder jener Zeit durch die Pianistin und Sängerin Lora Kostina, erfolgte sofort als erstes ein Evergreen von Bertolt Brecht aus der "Dreigroschenoper" von Kurt Weill, der "Mackie Messer - Song", gefolgt von schmachtenden Tangos von Jerzy Petersburski ("Tango Milonga", "To ostatnia niedziela"), dessen Musik aus Polen ihren Weg nach Rußland und Europa gefunden hatte.

Danach kamen Lieder aus dem Repertoire der Commedian Harmonists, gemischt mit einigen Gassenhauern. Auch ein Liedin schönstem Jiddisch durfte nicht fehlen. Das alles vorgetragen mit einer Wucht der Bühnenpräsenz und umwerfendem Charisma von Karolina Trybala (in vier! Sprachen).

Die technisch perfekte Klavierbegleitung von Lora Kostina mit Singeinlagen und kurz anklingenden Jazz - Impros ließ sie zur gleichwertig hervorragenden Darstellerin dieses Abends werden.

Das "Sahnehäubchen auf dem Kuchen" bildete die junge israelische Violinistin, deren Geige melodisch und mit leichter Melancholie das ewig jüdische Leitmotiv hervorhob.

Für uns wurde sehr schnell spürbar, dass die Künstlerinnen gut aufeinander abgestimmt sind.

In einer Zeit, voller politischer und wirtschaftlicher Krisen und blutiger Attentate, sehnt die Seele sich nach einer Flucht in eine schönere Welt.

Dieses Konzert entführte die Zuhörer in eine sorglose, fröhliche, schillernde Vorkriegszeit, wo der Krieg und die Schoa noch so weit entfernt schienen...

Fazit: Ein sehr hör - und sehenswertes Konzert, das ein Gefühl der Leichtigkeit und Beschwingtheit hinterlässt.

Gez. Dr. Karina Gräfin Von Hoensbroech

-------------------------------

Die Künstlerin  Lora Kostina schreibt:

LIeber Sharon , schalom!

 

Vielen Dank für Ihre Nachricht, die Bilder und den Link zu dem Artikel, der sehr schön verfasst ist!

Der Auftritt in Ihrem gastfreundlichen Hause und mit Ihrem tollen Publikum wird bei uns in bester Erinnerung bleiben.

 

Ihnen eine schöne Zeit und alles Gute,

 

Mit herzlichen Grüssen aus Wien

 

Lora Kostina


---------------

 

 


Galerie

Jüdische Gemeinde Münster
Einloggen