Stoplersteine für die Familie von Marga Spiegel s.A.



Stolperstein-Verlegung: Erinnerung an Überlebende von Ahlener Familien. 

„Dass wir mittlerweile 104 Ahlener Opfer würdigen können, hinterlässt zwiespältige Gefühle“, so Bürgermeister Dr. Alexander Berger. „Darum ist es angesichts des Jubiläums schön, den Blick auch auf diejenigen zu richten, die sich durch Flucht den Konzentrationslagern entziehen konnten, aber oft nicht weniger leiden mussten.“

Verlegt wurden heute zehn Stolpersteine, unter auch an dem letzten Ahlener Wohnort der Familie von Marga Spiegel s.A. 

„Die Erinnerung darf nicht enden“, so Bürgermeister Dr. Alexander Berger in seinem heutigen Grußwort und erinnerte an Hans Sänger (Chanan Shirun) s.A., dem 1935 rechtzeitig die Flucht an das britische Mandatsgebiet Palästina und dem später an der Hebräischen Universität Jerusalem der Aufstieg zu einem der namhaftesten Ägyptologen Israels gelang.



Bürgermeister Dr. Alexander Berger würdigte im weiteren Verlauf Marga Spiegel s.A. mit den Worten: „Zeitlebens setzte sie sich für die Aussöhnung zwischen Juden und Nicht-Juden ein. (…) Die Geschichte ihres Lebens zu erzählen, fiel Marga Spiegel nicht immer leicht. Zitat „Es war schwierig, ihnen zu erklären, warum so viele einfach weggeschaut haben, als Juden abtransportiert wurden. (…) Im Jahr 2008 zeichnete der Rat der Stadt Ahlen die an der Rettung der Familie Spiegel beteiligten Familien Aschoff, Pentrop, Sickmann, Silkenbömer und Südfeld mit der Ehrenmedaille der Stadt aus. Für ihre Verdienste um den Dialog erhielt ebenso Marga Spiegel diese hohe Auszeichnung.“



Für die Jüdische Gemeinde Münster (und auch persönlich) bedankte ich mich in meinem Grußwort dafür, dass die Stadt Ahlen ihren ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürgern, die einst von den Nazis ausgegrenzt, verhöhnt, erniedrigt, verfolgt, ermordet oder sich jahrelang vor dem todbringenden Zugriff der Nazibarbaren verstecken mussten, mit den Stolpersteinen ein Denkmal der dauerhaften Erinnerung setzt. 

Aus meiner Erinnerung zitierte ich abschließend: „Mit 101 und sechs Monaten formulierte Marga als Lehren aus der Geschichte, frei von allem Pathos: Zivilcourage ist jedem immer möglich; Zieht nie einen Schlussstrich unter die Vergangenheit – nicht, um an die Vergangenheit zu fesseln, sondern um aus ihr zu lernen von Generation zu Generation.“

 Der Ausklang der Stolpersteinverlegung wurde von Schülerinnen und Schülern eines Geschichts-Leistungskurses am Gymnasium St. Michael gebildet. Sie zitierten aus Marga Spiegels Erinnerungen und lasen schriftlich verfasste Befehle der NS-Verwaltung zur Deportation von Juden vor.

Bildquelle: Bild 2 und 3 Stadtverwaltung Ahlen, Referent Frank Merschhaus


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