TEIL 2: Gemeindetag 2016 in Berlin Tag 2 und Tag 3



Tag 2: 

Am heutigen Nachmittag vor Shabbat nahm ich noch am Workshop: "Muslimische Verbände in Deutschland - Schlüssel oder Hindernis bei der Integration.", teil.

Auf dem Podium saß neben einem Ditib-Vertreter auch Volker Beck. Er sprach Kante und kritisierte, dass Ditib als Ableger türkisch national politischer Interessen die muslimische Religion in den Moscheen untermeliere. "Wer mit Dibit redet, redet auch mit Ankara, so Beck. Man müsse genau hinschauen, ehe man die Ditip als Religionsgemeinschaft anerkenne. Im Plenum wurde mehrmals und wiederholt an den Vertreter der Ditib die Frage gestellt, wieso insbesondere bei jungen Muslime die antisemitische Haltung in den letzten Jahren enorm angestiegen sei und mit welchen Konzepten Ditib dies zu verändern versuche, kam nur das Bekenntnis, auf diesem Gebiet viel versäumt zu haben und noch viel geleistet werden müsse. Wie? Vielleicht erfahren wir auf dem nächsten Gemeindetag in 4 Jahren dazu mehr.

Tag 3 Shabbat

Erew-Shabbat wie Schachrit Shabbat wurde ein liberaler und ein orthodoxer G"ttesesdienst zeitgleich angeboten. Für mich stand die Teilnahme orthodoxen G``ttesdienst (= strenge Ausrichtung nach dem jüdischen Religionsgesetz/Halacha). Auch wenn der Shabbes-G"dienst knapp drei Stunden ging, alle beteten und sangen mit großer Innbrunst. Rabbiner, Kantoren mit der israelischen Vorbeter-Gruppe "Mafteach Soul" gaben dem Shabbat-G``tesdienst eine besonders glanzvolle israelische Atmosphäre. Wir alle beteten und sangen selbstverständlich in Hebräisch. Was für eine Atmosphäre! Ich hatte mehrmals „Gänsehaut“.

Der Kiddusch folgte im riesigen Foyer des Hotels. Nach einer kleinen Mittagspause startete ich dann in meinen nächsten „Workshop“. Ich zunächst am Thema: „Muslimisch-Jüdischer Dialog“ teilnehmen, entschied mich jedoch dann kurzfristig um für das Thema: Giur – Übertritt zum Judentum oder Judesein auf Widerruf.“ Die Diskussion verlief ohne greifbares Ergebnis. Die Themenbeiträge kreisten hauptsächlich um die äußerst unterschiedliche Handhabung der Einordnung liberaler Übertritte auf der einen Seite und auf der anderen Seite das orthodoxe Beit-Din, anerkannt in Israel.  Der Reformübertritt wird im Gegensatz zum orthodoxen Übertritt relativ einfach gehandhabt, nicht zuletzt, weil das Reformjudentum weder von Geburts- noch von Wahljuden die Einhaltung der kompletten Halacha verlangt. Das sorgt für Spannungen im Miteinander, weil nichtorthodoxe Übertritte nach orthodoxer Auffassung Nichtjuden sind und in Israel auch nicht anerkannt werden, es sei denn, sie unterziehen sich einem erneuten (orthodoxen) Giur, dessen Beit Din auch von der Rabbanut Ha Reschit in Jerusalem anerkannt ist. Scharf kritisiert wurde auch, dass es Gemeinden gäbe, die Übertritte bei bestimmten (liberalen) Rabbiner/Innen nicht anerkennen würden.

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