Urteil gegen die Beschneidung



Die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen sei strafbar. 

Zu dieser Einschätzung kommt das Landgericht Köln in einem nun veröffentlichten Urteil zum Fall eines vier Jahre alten (muslimischen) Jungen.

Eine Beschneidung nach dem Religionsgesetz gleichzusetzen mit einer rechtswidrigen Körperverletzung und einem Rabbiner oder Mohel damit eine strafbare Handlung zu unterlegen, empfinde ich als  unerhört und höchst unsensibel.

Die Beschneidung ist fester Bestandteil unserer Religion und nicht wegzudenken.

Für die Jüdische Gemeinde Münster teile ich voll und ganz die Haltung des Zentralrates der Juden in Deutschland, Herrn Dieter Graumann und erachte das Urteil als empörenden Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht unserer Religionsgemeinschaft.

Sharon Fehr


Empörung allein ist noch kein Argument

Das Unverständnis über die Gerichtsentscheidung nimmt vielleicht ab, wenn man sich vor Augen führt, dass auch ein Ohrloch zu stechen, einen entzündeten Blinddarm herauszunehmen, und in manchen Fällen sogar, jemandem eine Glatze zu schneiden, ohne das Einverständnis des Betroffenen eine strafbare Körperverletzung darstellen. Ich darf mein Kind nicht schlagen, auch, wenn meine Religion das verlangt. Ich verstehe schon, dass dieses Urteil sehr problematisch ist, denn es droht unsere Gesellschaft zu spalten. Doch mir ist nicht ersichtlich, womit sich der Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Jungen rechtfertigen lässt. Vor allem sehe ich nicht, wie Prügelstrafe und Genitalverstümmelung bei Mädchen dann verboten bleiben sollen, auch wenn sie religiös begründet werden. Auch viele Juden machen sich Gedanken darüber, ob sie die Beschneidung von Säuglingen ethisch verantworten können. Siehe z.B. hier: http://tinyurl.com/d4g7sn6 (Englisch) oder hier: http://tinyurl.com/ceyzvvm (Deutsch)

Kölner Urteil

Welch eine Anmaßung dieses Gerichts!Seit wahrscheinlich Jahrtausenden gibt es diese rituelle Freiheit der Religion. Ich bezweifele, ob dieses Gericht überhaupt die Befugnis hat, sich dermaßen einzumischen. PS: Ich bin katholisch.

Beschneidungsverbot

Ich stimme Ihnen vollkommen zu, besonders, weil die Praxis der Beschneidung in den jüdischen Gemeinden offenbar vorher nicht gestört hat.

Jüdische Gemeinde Münster
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