Beginn der Jüdischen Gemeinde Münster



Die Jüdische Gemeinde Münster ist eine der ältesten Gemeinden Nord-West-Deutschlands. Sie wird in der Chronik der Stadt Münster bereits in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erwähnt.

Die damalige Gemeinde war auf dem Gebiet des heutigen Rathausinnenhofes angesiedelt. Der jüdische Friedhof befand sich auf dem Gebiet des heutigen Paulinum-Gymnasiums.

Das „Judenviertel“ hinter dem Rathaus war kein aufgezwungenes Ghetto, sondern eine freiwillige Ansiedlung in bevorzugter Wohnlage. Bei den Münsteraner Juden handelte es sich überwiegend um Geldverleiher und Händler.

Solange es eine jüdische Geschichte gibt, mussten Juden oft als Minderheit unter der Gewalt fremder Völker leben – in Ägypten, in Babylonien und später in der ganzen Welt. Jeder nutzte gerne ihre Fähigkeiten. Kamen sie zu Wohlstand und Ansehen, erregten sie Neid und Hass, geschah ein Unglück machte man sie zum Sündenbock. Immer wieder gab es Judenverfolgungen.

So hörte die Gemeinde Münster in der Zeit des „schwarzen Todes“, der mittelalterlichen Pestwelle 1348 – 1351 auf zu existieren. Da sich die Menschen die Pestkatastrophe nicht erklären konnten, wurde die Parole ausgegeben, der Grund für den millionenfachen Tod in Europa liege daran, dass die jüdische Bevölkerung die Brunnen vergiftet hätte.

Die Synagoge wurde zerstört, die Grabsteine des Friedhofs als Baumaterial verwendet.

Ob alle Münsteraner Juden getötet wurden oder ob auch einige fliehen konnten oder vertrieben wurden, darüber schweigen die Quellen.


Jüdische Gemeinde Münster
Einloggen