Auf den Spuren jüdischer Schicksale / Ehrung für Frau Giesela Möllenhoff



Am Donnerstag war ich für unsere Gemeinde in den Festsaal des historischen Rathauses Münster eingeladen.

Grund dafür war, dass der Rat der Stadt Münster beschlossen hatte, Frau Gisela Möllenhoff für ihre Verdienste um die Stadt Münster mit der Verleihung der Paulusplakette zu ehren.

Überreicht wird diese Ehrung Menschen, die sich im kirchlich über mehrere Jahrzehnte Die bronzene Paulus-Plakette wird Menschen überreicht, die sich im kirchlichen Bereich überörtlich engagiert haben.

Einige Mitglieder werden Frau Gisela Möllenhoff in unserer Gemeinde gelegentlich begegnet sein, wenn sie in unserem Gemeinde-Archiv recherchierte.  

Frau Möllenhoff forschte Jahrzehntelang die Geschichte der Juden in Münster.

Dabei gelang es ihr gemeinsam mit Rita Schlautmann-Overmeyer, über 563 Lebens- und Leidensgeschichte jüdischer Familien aus Münster zu rekonstruierten.  

Ihre Arbeiten veröffentlicht Frau Gisela Möllenhoff einem dreibändigen Buch: Jüdische Familien in Münster von 1918 bis 1945. Eine Art Biographisches Lexikon. 

Ein entscheidendes Ereignis für die ihre Forschungen war ein Ereignis, zu dem die Stadt Münster 1991 eingeladen hatte: 140 Überlebende des Holocaust kamen damals aus aller Welt in ihre einstige Heimat Münster zurück, aus der sie geflohen waren. Das dies möglich wurde, ist ein großes Verdienst beider Damen, Frau Giesela Möllenhoff & Frau Rita Schlautmann-Overmeiyer.  

Um die Kontakte zu den ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Stadt Münster überhaupt herzustellen, reiste Frau Möllenhoff mit Frau Rita Schlutmann-Overmeiyer durch die halbe Welt.

Hinzu kam dann 2007 das Buch: Fünf Generationen Juden in Laer: Leben und Schicksal der Juden in einer westmünsterländischen Kleinstadt. Mit einem autobiographischen Beitrag von Irmgard Ohl geb. Heimbach März 2007.

In seiner Rede unterstrich Oberbürgermeister Markus Lewe: „Mit ihren Forschungen hat Frau Möllenhoff dazu beigetragen, dass sich die Stadtgesellschaft der Auseinandersetzung und Aufarbeitung der gewaltsamen und menschenverachtenden Geschichte Deutschlands und Münster widmete und daraus Konsequenzen zog.“

Viele Gäste waren bei der Verleihung anwesend, darunter auch Überlebende, die einst hier wohnten und zu denen Frau Möllenhoff auch heute noch Kontakte unterhält.

In ihrem persönlichen Grußwort während der Verleihung des Ordens schloss Frau Möllenhoff mit Blick auf dem Holocaust mit den Worten: Eine Frage habe ich bis heute nicht beantworten können: Wie war das möglich?

Für mich war es eine großes Ehre, der Ordensverleihung an Frau Giesela Möllenhoff zugegen sein zu dürfen – für unsere Jüdische Gemeinde Münster.

Bildquelle: Oliver Werne /WN Fotograph

 


Jüdische Gemeinde Münster
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