Nach der Pestkatastrophe



Nach der Pestkatastrophe gab es bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts keine Jüdische Gemeinde in Münster mehr.

Bis zu dieser Zeit haben Juden nur noch vereinzelt und zeitlich eng befristet in Münster gelebt. Befristet heißt: die Bürger der Stadt bestanden darauf, dass Juden der Aufenthalt in Münster nur vorübergehend zu den Marktzeiten und zur Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten gestattet wurde. Sie zogen fort, sobald ihre Geschäfte erledigt waren und ihre Dienste nicht mehr benötigt wurden.

Erst mit der allmählichen gesellschaftlichen Gleichstellung, die 1869 gesetzlich verankert wurde, kehrten Juden in die Städte und somit auch nach Münster zurück. Seither leben Juden kontinuierlich in Münster und waren in angestammten Handelsberufen tätig, vom kleinen Trödler an der Ecke bis zum ersten Geschäft am Platz.

Es bildete sich rasch wieder eine Jüdische Gemeinde.

Ein Wohnhaus in der Loerstraße konnte erworben werden, in dessen ersten Etage ein Betraum, eine Synagoge untergebracht wurde.

1830 erfolgte der bescheidene Bau der ersten Münsteraner Synagoge seit dem Mittelalter.

Über die Architektur dieses Baues ist uns nichts überliefert. So weiß man nicht, ob er als Synagoge erkennbar war oder ob er wie ein Wohnhaus aussah.


Jüdische Gemeinde Münster
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