Geschichte



Der Neubeginn der Jüdischen Gemeinde



Nach der Befreiung aus dem Konzentrationslager kehrten die Eheleute Goldenberg und Herr Hugo Spiegel nach Warendorf zurück. Sie waren von dem Gedanken beseelt, Kontakt zu den wenigen Juden, die die Schreckensjahre 33-45 überlebt hatten, herzustellen, Angehörige und Freunde wiederzufinden; Halt und Hilfe zu geben.




Die (alte) Synagoge an der Klosterstraße



Mit dem weiteren Mitgliederanstieg der Jüdischen Gemeinde Münster von ca. 150 im Jahr 1830 auf fast 400 im Jahre 1870 erwies sich das Bethaus in der Loerstraße als zu klein.

1877 kann die Jüdische Gemeinde ein zentral und landschaftlich schön gelegenes Grundstück zwischen Promenade und der Klosterstraße zum Bau einer neuen Synagoge erwerben. Nach einer etwa dreijährigen Bauzeit war ein Synagogenbau errichtet worden, der sich vor allem auf drei Faktoren stützten lässt:




Marks-Haindorf-Stiftung



Etwa zeitgleich (1825) gründete der jüdische Arzt Dr. Alexander Haindorf mit finanzieller Unterstützung seines Schwiegervaters, dem Kaufmann Elias Marks, einen Verein zur Förderung des Handwerks unter den Juden und zur Errichtung einer jüdischen „Schulanstalt“, die spätere und bis heute erhaltene Marks-Haindorf-Stiftung, die vor allem unbemittelten Juden den sozialen Aufstieg ermöglichten.




Nach der Pestkatastrophe



Nach der Pestkatastrophe gab es bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts keine Jüdische Gemeinde in Münster mehr.

Bis zu dieser Zeit haben Juden nur noch vereinzelt und zeitlich eng befristet in Münster gelebt. Befristet heißt: die Bürger der Stadt bestanden darauf, dass Juden der Aufenthalt in Münster nur vorübergehend zu den Marktzeiten und zur Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten gestattet wurde. Sie zogen fort, sobald ihre Geschäfte erledigt waren und ihre Dienste nicht mehr benötigt wurden.




Bevorstehende Ende der Jüdischen Gemeinde Münster



1930 konnte die Gemeinde Münster noch in Ruhe das fünfzigjährige Jubiläum ihrer im Jahr 1880 erbauten Synagoge feiern. Die Zahl der Mitglieder betrug ca. 650.

Mit dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft ab 1933 begann in Münster – wie in ganz Deutschland – eine Verschlechterung der Lebenssituation der Juden auf allen Gebieten. Die Zahl der Gemeindemitglieder verringerte sich durch Abwanderung.




Beginn der Jüdischen Gemeinde Münster



Die Jüdische Gemeinde Münster ist eine der ältesten Gemeinden Nord-West-Deutschlands. Sie wird in der Chronik der Stadt Münster bereits in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erwähnt.

Die damalige Gemeinde war auf dem Gebiet des heutigen Rathausinnenhofes angesiedelt. Der jüdische Friedhof befand sich auf dem Gebiet des heutigen Paulinum-Gymnasiums.


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Jüdische Gemeinde Münster
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